Deutscher Kinderschutzbund,
OV Recklinghausen e.V.
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45659 Recklinghausen

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Presse

„RZ“ vom 27.12.2018

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Nach einem spannenden Kickerspiel konnten Aline und Maximilian Strutz (hinten) 1.700 Euro Spendensumme an Marie- Christin Oneschkow und Hans- Günter Sorger (vorne) übergeben. Diese Summe wurden bei dem Kinder- Aktions- Sommerfest sowie durch Glühweinverkauf bei „Recklinghausen leuchtet“ eingenommen. Auch im kommenden Jahr sind diese Aktionen geplant. Am 25.05.2019 findet die 9. Auflage des Kinder- Aktions- Sommerfestes auf dem Rathausplatz statt. Gerne können sich hierzu noch Unternehmen, Vereine oder Einzelpersonen anmelden. Bei Nachfragen wenden Sie sich an die Kanzlei Dr. Strutz.
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"RZ" vom 17.12.2018

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Marie-Christin Oneschkow, Hans-Günter Sorger vom Kinderschutzbund, 131218

Sie haben das Wohl der Kinder im Blick
RECKLINGHAUSEN. Der Kinderschutzbund nimmt auch eine wichtige Rolle als Nachbarschaftstreff im Paulusviertel wahr.
Von Jörn Tüffers
Der Kinderschutzbund hat kürzlich auf sich aufmerksam gemacht, als eine Fachtagung zu Kinderarmut abgesagt wurde – nicht zuletzt, weil zu wenige Politiker sich angemeldet hatten. Doch auch im Alltag kümmern sich die Pädagogische Leiterin Marie-Christin Oneschkow und ihre Kollegen um die Kinder. Im Hintergrund zieht Hans-Günter Sorger als Vorsitzender die Fäden.
Es gibt zehn Haupt-Kinderrechte. Gibt es eines, das Ihnen besonders naheliegt?
Oneschkow: Jedes dieser zehn ist wichtig. Aber was mitunter vernachlässigt wird, ist das Recht auf beide Elternteile. Damit beschäftigen wir uns als Kinderschutzbund viel.
In welcher Weise tun sie das?
Oneschkow: Es geht um die sogenannten begleiteten Umgänge. Wir organisieren auf Vermittlung der Justiz oder des Jugendamts Treffen zwischen Kindern und ihrem Elternteil, von denen sie aus verschiedenen Gründen getrennt sind.
Welche Rolle spielt dabei Gewalt?
Oneschkow: Das ist leider oft der Hintergrund. Und da stellt sich natürlich die Frage, ob der Umgang mit dem Elternteil überhaupt befürwortet werden kann. Bei kleineren Kindern beobachte ich, wie sie sich in dessen Gegenwart verhalten, ob sie ihn ablehnen oder weinen. Ältere Kinder können das sprachlich äußern.
Da sitzen Sie zwischen allen Stühlen?
Oneschkow: Wenn man es aus der Sicht der Eltern und der Behörden betrachtet, ist das so. Aber für mich ist es sehr einfach: Ich bin auf der Seite des Kindes. Ich berichte dem Jugendamt, ob diese Besuche – sei es einmal in der Woche oder alle 14 Tage – dem Wohl des Kindes dienen. In letzter Zeit hat sich das Feld hier enorm erweitert, unter anderem auch durch die Stärkung der Rechte der Väter.
Wie alt sind die Kinder?
Oneschkow: Die Jüngsten sind im Säuglingsalter, die Ältesten acht bis neun Jahre alt.
Benötigen Sie dafür eine spezielle Ausbildung?
Oneschkow: Grundlegende pädagogische Qualifikationen sollten vorhanden sein, meine Zusatzqualifizierung als Kinderschutzfachkraft ist zusätzlich hilfreich. Wir arbeiten dabei sehr eng mit dem Jugendamt zusammen.
Das hat als Behörde nun nicht gerade den besten Ruf – unabhängig davon, ob es das in Recklinghausen oder anderswo ist.
Sie ist immer diejenige, die Familien die Kinder wegnimmt.

Oneschkow: Das geschieht in Extremfällen – und die rechtlichen Bedingungen dafür sind schon sehr eng gefasst. Unabhängig von dieser Frage möchte ich mal eine Lanze fürs Jugendamt brechen. Es wäre viel gewonnen, wenn sich manche Eltern früher an die Kollegen dort wenden würden: nämlich dann, wenn sie merken, dass sie Hilfe und Unterstützung in Erziehungsfragen brauchen.

Schauen wir weiter auf den Kinderschutzbund. Wie sehen Sie dessen Rolle hier im Paulusviertel?
Sorger: Wir leisten hier in der Wildermannstraße und Umgebung Gemeinwesenarbeit und werden hierbei von der Stadt Recklinghausen und dem Immobilienunternehmen Vivawest unterstützt. Wir sprechen die Mieter direkt an. Sie kochen gemeinsam oder treffen sich bei uns zum Frühstück.
Oneschkow: Wir fungieren darüber hinaus auch wie ein offener Jugendtreff, der Spaß für Kinder und Entlastung für Eltern bietet. Es gibt hier in der Siedlung bisher nichts anderes.
Das Gebäude, in dem der Kinderschutzbund anzutreffen ist, gehört auch der Vivawest. Sie waren ja lange in der Blumenthallee, sind erst seit zwei Jahren hier. Ist der KSB hier gut angekommen?
Sorger: Absolut! Die Räume sind gut. Bis zum Frühjahr wird auch unser Außengelände durch die Vivawest neu gestaltet.
Oneschkow: Wir sind uns unserer Lage hier sehr bewusst und kennen die Geschichte dieses Viertels. Es ist nun einmal durch den Bergbau stark geprägt. Und noch heute übt der Bergmannschor hier. Und der Angelverein und der Geschichtskreis haben hier auch weiter ihr Dach über dem Kopf. Sie werden auch künftig ihren Zugang zu diesem Gebäude haben.
Dass ein Kinderschutzbund sich so intensiv um Erwachsene kümmert, ist ungewöhnlich.
Sorger: Einerseits schon. Andererseits auch wieder nicht. Es ist ja eine einfache Formel: Geht es den Erwachsenen gut, geht es auch den Kindern gut.
Oneschkow: Das hat auch etwas mit den Widrigkeiten zu tun, die dieses Viertel mit sich bringt. Es fehlen Cafés und Kneipen. Wir sind hier nicht in der Innenstadt, und auch, wenn sie nicht weit weg ist, wünschen sich viele Leute Treffpunkte in ihrer Nähe. Hier gibt es eine Menge engagierter Mieter, die etwas verändern wollen.
Sorger: Das ist nicht selbstverständlich. Anderswo gibt es viele Feststeller und zu wenig Kümmerer. Hier bei uns ist es zum Glück nicht so.
Oneschkow: Das stimmt. 2019 wollen wir einen Quartiersflohmarkt auf die Beine stellen.
Noch einmal zurück zu den Kindern in dieser Stadt. Wir kommen nicht umhin, auch über Kinderarmut zu sprechen. Das Thema drängt – das hat ja eine Studie des Kreises gezeigt, die schon 2017 vorgestellt worden ist. Eine Fachtagung im November im Rathaus fiel aus, weil vor allem zu wenige Politiker zugesagt hatten. Sie hatten kritisiert, dass damit eine Chance vertan werde.
Sorger: Kinderarmut verbinden die wenigsten ja mit Recklinghausen. Das erscheint vielen weit weg. Aber in der eigenen Stadt? Möglicherweise noch vor der eigenen Haustüre?
Oneschkow: Daher ist der Bericht ja so wertvoll: Wie es wo aussieht, dazu hatten auch wir unser Bauchgefühl. Aber er liefert erstmalig belastbare Zahlen aus jedem einzelnen Stadtteil. Mit diesen Informationen können wir in Recklinghausen etwas verändern. Nur der Wille dazu muss da sein.
Was treibt Sie in dieser Angelegenheit so an?
Oneschkow: Wir wünschen uns, dass es allen Kindern in Recklinghausen gut geht – dies bezieht sich auch auf gleiche Bildungschancen für alle, die aber immer noch von der sozialen Herkunft abhängig sind, wie der Bericht bestätigte.
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„RZ“ vom 17.11.2018
Politiker lassen Tagung zu Kinderarmut platzen
RECKLINGHAUSEN. Die Resonanz auf die Einladung der Stadt war dürftig. Der Kinderschutzbund spricht von einer „vertanen Chance“.
Von Jörn Tüffers
Es gibt Bereiche im Süden der Stadt, wo 80 Prozent der Menschen von Hartz IV leben. Dort sind im Vergleich mit anderen Stadtteilen die meisten übergewichtigen Kinder anzutreffen. Nur 16 Prozent der Viertklässler schaffen es, ein Gymnasium zu besuchen; woanders sind es bis zu 74 Prozent. Zu diesen Ergebnissen waren Experten des Kreises im Vorjahr in ihrem Gesundheits- und Bildungsbericht gekommen.
„Ein dramatischer Befund“, sagt Marie-Christin Oneschkow vom Kinderschutzbund. Daher hat sie sich gefreut, dass die Stadtverwaltung das Thema aufgegriffen und für den 26. November zu einer Fachtagung ins Rathaus eingeladen hat. Fast 90 Politiker waren eingeladen: aus dem Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie, dem Ausschuss für Schule und Bildung, dem Ausschuss für Soziales und Demografie sowie dem Sportausschuss. Hinzu kamen etliche Akteure wie Oneschkow aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.
In dieser Woche wurde die Veranstaltung abgesagt. 30 Anmeldungen lagen vor, darunter nach Informationen dieser Zeitung weniger als zwei Handvoll von Politikern. Und dies, obwohl der zuständige Dezernent Georg Müllers (CDU) die Einladung ein zweites Mal als Erinnerung verschicken ließ, er in den Sitzungen der Ausschüsse um Teilnahme warb und Fraktionen selbst versuchten, ihre Mitglieder baten, dort zu erscheinen. „Das ist eine vertane Chance“, sagt Marie-Christin Oneschkow. „Ich hatte gehofft, wir könnten gemeinsam Konzepte entwickeln, wie sich die Situation benachteiligter Kinder verbessern kann.“
SPD-Geschäftsführerin Raffaele Dianin führt die Absagen nicht auf mangelndes Interesse zurück. Der Termin sei unglücklich gewählt. Es gebe in dieser Woche andere Veranstaltungen, außerdem seien die Fraktionen noch mit den Beratungen für die Verabschiedung des Haushalts in der Woche darauf beschäftigt. Erich Burmeister (Linke) erklärt die geringe Resonanz mit der gewählten Uhrzeit: mitten in der Woche um 14 Uhr – das sei für berufstätige Kommunalpolitiker schwer einzurichten. Der Wunsch, den Gesundheits- und Bildungsbericht vorzustellen, ist nach Angaben von Möllers von den Politikern selbst gekommen. Er kündigte gestern an, es werde im Frühjahr einen neuen Termin geben.
Vor wenigen Wochen hatte das Bündnis „Reichtum umverteilen“ den Bericht in einer Abendveranstaltung vorgestellt. „Viele Politiker habe ich da nicht gesehen“, sagt eine Teilnehmerin.

Kernaussagen
Der Gesundheits- und Bildungsbericht für den Kreis erkennt deutliche Zusammenhänge zwischen Armut, Gesundheit und Bildung. Folgen der Armut sind: mehr Kinder mit zu hohem Körpergewicht und Koordinationsstörungen, mehr Kinder mit geringem Sprachstand. Dies führt dazu, dass mehr Kinder Hauptschulempfehlungen bekommen und dass ihr sonderpädagogischer Förderbedarf überprüft wird.

Auf ein Wort
Ein Armutszeugnis
Wenn es nicht so zynisch wäre, müsste man an die Diskussion in manchen Betrieben denken: Da wird die Weihnachtsfeier in den Januar verlegt, weil im Dezember viele noch so vieles vorhaben und erledigen müssen. Und irgendwie hat es trotz aller Erklärungsversuche aus den Reihen der Fraktionen den Anschein, als könne die Bekämpfung der Kinderarmut warten: weil im November ja so viele politische Ausschüsse tagen (es stehen noch zwei an), Aufsichtsräte zusammenkommen und der städtische Haushalt für das Jahr 2019 noch seinen letzten Schliff bekommen muss. Wer weiß, wie Fraktionen funktionieren, weiß: Die Hauptarbeit lastet auf den Schultern einiger weniger. Die Verhandlungen im Zusammenhang mit der sogenannten „freien Spitze“ führen die Spitzen der Fraktionen; sie pokern darum, was mit den 400000 Euro passiert, die der Kämmerer ihnen zum Verplanen spendiert.
Folglich bleibt der Eindruck hängen, dass das Interesse eines großen Teils der Politiker, etwas gegen die Kinderarmut zu unternehmen, nicht sonderlich ausgeprägt ist. Für Recklinghausen ist das ein Armutszeugnis.
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„RZ“ vom 14.04.2018
600 Euro für Hochbeete und Kochkurse
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Eine Spende über 600 Euro überreichten Lothar Winkelmann (l.), Kai-Uwe Dömhoff (2. v.l.) und Karl-Heinz Bartsch vom VV Hochlar an Marie-Christin Oneschkow vom Kinderschutzbund. Das Geld wurde beim Krippenspiel gesammelt. Der Kinderschutzbund will damit Hochbeete, Kräutergarten und Mutter-Kind-Kochkurse finanzieren.
(Foto: Nickel)
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